Schach als olympische Disziplin?

Schach wird zwar universell als Sport angesehen, ist jedoch nicht bei den olympischen Spielen vertreten. Und das, obwohl selbst das „Internationale Olympische Komitee (IOC)“ Schach als Sportart anerkennt. Also warum genau wird Schach nicht auch bei den olympischen Spielen gespielt?

Schach als olympische Disziplin?

Geschichte

Tatsächlich gab es schon viele Versuche der FIDE, Schach auf die olympische Bühne zu bringen – bis jetzt sind sie alle gescheitert. 2000 wurde Schach bei den olympischen Sommerspielen in Sydney zwar als Demonstrationssportart gespielt, schaffte den Übergang zu den festen olympischen Sportarten jedoch nicht. Das IOC gab der FIDE damals zu verstehen, dass auch in Zukunft eine Aufnahme in die regulären Spiele nicht möglich sei. Aufgrund der Absage entstanden dann die Weltdenksportspiele, die zeitlich und räumlich nah an den Olympischen Spielen stattfinden sollten. Insgesamt nehmen an den Weltdenksportspielen sechs Verbände bzw. folgende Denkspiele teil:

  • Go
  • Schach
  • Xiangqi
  • Bridge
  • Dame
  • Mahjong

Bisher haben diese wie geplant dreimal stattgefunden (2020 viel aus). Mit der räumlichen Nähe zu den Olympischen Spielen hat es leider nicht immer funktioniert: Während die Olympischen Spiele 2012 in London stattfanden, verirrten sich die Denksportspiele nach Lille, Frankreich.

Durch die geringe Verbindung zu den Olympischen Spielen leidet natürlich auch Anerkennung, Begeisterung und Popularität des Denksportwettbewerbs. Hast Du schon mal von den Weltdenksportspielen gehört? Wird es also Zeit Schach und andere Denksportarten in die „richtigen“ Olympischen Spiele einzugliedern?

Olympische Spiele 2024 in Paris

Nun ja, das war zumindest erneut der Plan der FIDE. Ein weiteres Mal versuchte der Weltverband Schach zu einer olympischen Disziplin zu machen. Mit einer Kampagne warb der Schachverband für die Aufnahme von Schach in das Repertoire der olympischen Disziplinen in Paris 2024. Auch der deutsche Schachbund unterstützte diese Kampagne.

Doch die Euphorie in der Schach-Welt war von kurzer Natur. Kurz nach der Ankündigung gab die FIDE bekannt, dass Schach nicht als olympische Disziplin für 2024 in Erwägung gezogen wurde. Stattdessen wurden Breakdancing, Klettern und Skateboarding auf die „Shortlist“ – eine nähere Auswahl für potenzielle Disziplinen– gesetzt. Ein weiteres Mal scheiterte also die FIDE in ihrem Vorhaben.

Die Zukunft

Sicherlich würde eine Eingliederung von Schach in die olympischen Disziplinen mit einem enormen Zuwachs an Zuschauern und Spielern einhergehen. Doch die 2020 hat uns gezeigt, dass sich Schach auch auf anderem Wegen weiterentwickeln und selbst vermarkten kann, zum Beispiel online.

Vielleicht ist der beste Weg nicht zu versuchen, Schach um jeden Preis in die bestehenden Olympischen Spiele einzugliedern, sondern auf eigenen Beinen – durch seine Attraktivität und interaktive Natur – zu mehr Popularität zu führen.

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