Schach ist wohl eines der besten Beispiele für ein Spiel, das „easy to learn and difficult to master“ ist. Die Spielprinzipien sind in wenigen Minuten erklärt – doch in seiner Schachkarriere wird man eins ganz sicher nie tun: Auslernen. Wer als Anfänger Schach lernen möchte, muss keine speziellen Fähigkeiten mitbringen. Es brauch nur ein wenig Geduld sowie eine Möglichkeit zu spielen. Egal ob Online oder ganz traditionell mit einem Schachbrett vor sich. Fangen wir direkt an.

Schach lernen – Grundlagen für Anfänger

schach lernen - aufstellung
Ein aufgebautes Schachbrett.

Das Ziel im Schach ist simpel: Den gegnerischen König matt zu setzen. Doch was genau bedeutet das? Dazu später mehr. Schach wird grundsätzlich immer von zwei Personen gegeneinander gespielt. Ein Spieler erhält helle (Weiß) Figuren, der andere die Dunklen (Schwarz). Die weißen Steine ziehen in der Partie immer zuerst. Gespielt wird auf einem quadratischen Brett (Schachbrett), welches 8×8 (insgesamt 64) Felder besitzt. Die Felder sind mit Buchstaben um Zahlen versehen, um jedes Feld einzeln zu identifizieren.

Aus Sicht des Spielers mit den weißen Figuren verläuft die Buchstabenreihe a-h von links nach rechts, sowie die Zahlenreihe von 1 bis 8 von unten nach oben. Der weiße König steht beispielsweise auf e1.

Schach lernen – die Figuren

Wichtig ist zunächst die einzelnen Figuren kennenzulernen. Im Schach gibt es insgesamt 32 Figuren – 16 weiße und 16 schwarze. Sie sind wie folgt unterteilt:

Du kannst jede Figur anklicken um mehr über Bewegung, Position und Besonderheiten zu erfahren.

König

schach lernen - könig

Der König ist die wichtigste Figur um Spiel. Ihn gilt es zu schützen. Der weiße König startet auf dem Feld e1, der Schwarze gegenüber auf dem Feld e8. Er kann immer genau einen Schritt in eine beliebige Richtung gehen, ohne andere Figuren zu überspringen. Der König darf einen Sonderzug ausführen; die Rochade.

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Turm

schach lernen - turm

Der Turm ist neben der Dame die einzige Schwerfigur. Er zieht in vertikalen oder horizontalen Linien beliebig weit, solange er nicht durch eine andere Figure blockiert wird. Die vier Türme starten jeweils in der Ecke des Schachbretts: a1 und h1 sowie a8 und h8. Der Turm einen Sonderzug ausführen; die Rochade.

 

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Läufer

schach lernen - läufer

Der Läufer ist gemeinsam mit dem Springer eine Leichtfigur. Er zieht immer in diagonalen Linien über das Brett. Insgesamt gibt es vier Läufer – zwei helle und zwei dunkle. Sie starten jeweils auf c1, f1 und c8,f8.

 

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Dame

schach lernen - dame

Die Dame ist die stärkste Figur im Spiel. Sie kombiniert die Laufrichtungen von Turm und Läufer – kann also entweder diagonal oder horizontal bzw. vertikal ziehen. Die helle Dame startet auf Feld d1, die dunkle gegenüber auf d8.

 

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Springer

schach lernen - springer

Der Springer ist neben dem Läufer eine Leichtfigur. Auch von ihm gibt es insgesamt vier Stück auf dem Brett. Der Springer läuft in einer sogenannten „L-Form“, also zwei Felder gerade und dann eins senkrecht dazu. Wichtig: So kann der Springer auch andere Figuren überspringen.

 

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Bauer

schach lernen - bauer

Die 16 Bauern auf dem Brett sind zwar die schwächsten Figuren, haben aber einige Tricks auf Lager. Die Bauern nehmen die jeweils zweite und siebte Reihe des Bretts ein. Grundsätzlich können sie immer nur einen Schritt vorausgehen. Eine Ausnahme ist der erste Zug eines Bauern – hier sind wahlweise auch zwei Schritte erlaubt. Bauern schlagen nur ein Feld schräg (diagonal) voraus. Wichtig: Der Bauer hat zwei Sonderzüge: „en passent“ und die Bauernumwandlung

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Schach lernen – das Schachbrett und die Aufstellung

Das aufgebaute Schachbrett sieht wie folgt aus:

schach lernen - aufstellung
Schachbrett inklusive der 32 Figuren.

Es ist unterteilt in 64 einzelne Felder, die jeweils durch eine Zahlen- und Buchstabenkombination gekennzeichnet sind. Am unteren und rechten Rand des Bildes kannst Du die Buchstaben von a bis h, sowie die Zahlen von 1 bis 8 erkennen. Sie ergeben für jedes einzelne Feld auf dem Brett eine Koordinate. Zum Beispiel a3 (weißer Läufer) oder g7 (schwarzer Bauer).

Die vier mittleren Felder (d4, d5, e4, e5) nennt man das Zentrum. 

Schach lernen – Spielziel und wichtige Regeln

Ziehen und Schlagen

Figuren im Schach können ziehen und/oder schlagen. Grundsätzlich können Figuren andere Figuren schlagen, wenn sie sie im Rahmen ihrer Bewegungsfreiheit erreichen können (Ausnahme: König und Bauer). Ein Turm kann so zum Beispiel jede Figur schlagen, die mit ihm in einer Vertikale oder Horizontale steht. Ein Bauer kann jedoch nur diagonal nach vorne schlagen.

Schach

Grundsätzlich ist das Hauptziel beim Schach den Gegner matt zu setzen. Anders als alle anderen Figuren kann der König nicht geschlagen werden, sondern nur ins Schach gesetzt werden. Der König steht im Schach, sobald er im nächsten Zug von einer gegnerischen Figur geschlagen werden könnte.

Ein Schach muss immer abgewehrt werden. Wenn der König im Schach keinen regulären Zug mehr hat, ist er schachmatt. Das Spiel ist damit verloren.

Es gibt drei Optionen ein Schach abzuwehren:

  1. Der König zieht aus dem Schach.
  2. Die schachbietende Figur wird geschlagen.
  3. Das Schach wird durch eine andere Figur blockiert.

Beispiele dafür siehst Du hier:

Der König steht im Schach
Der weiße König steht im Schach.
Der König zieht aus dem Schach
Der König zieht aus dem Schach.
Die schachbietende Figur wird geschlagen
Die schachbietende Figur wird geschlagen.
Das Schach wird geblockt
Das Schach wird geblockt.

Schachmatt

Steht der König im Schach und hat keine Möglichkeit mehr dem Schach zu entkommen, ist er schachmatt. 

schach lernen - schachmatt
Der weiße König ist schachmatt.

Dem weißen König wird von dem Turm auf der a-Linie ein Schach geboten. Da weiß keine anderen Figuren mehr auf dem Brett hat, bleiben ihm theoretisch nur zwei Möglichkeiten:

Den Turm schlagen oder aus dem Schach ziehen.

Leider funktioniert in diesem Fall keine dieser Optionen. Der König ist zu weit vom Turm entfernt, um ihn zu schlagen, und das Wegziehen ist nicht möglich, da der Turm auf der b-Linie diese angreift. Denk dran: Der König darf sich nicht selber ins Schach ziehen.

Somit ist der weiße König mattgesetzt.

Fun Fact: Das schnellste Matt im Schach ist das sogenannte „Narrenmatt“. Hier wird Weiß innerhalb von zwei Zügen mattgesetzt.

Patt

Ein Patt entsteht immer dann, wenn der König nicht im Schach steht und trotzdem keinen regulären Zug mehr hat. Damit endet das Spiel als Remis.

Schach lernen - patt
Pattsituation

In diesem Fall steht der weiße König offensichtlich nicht im Schach, kann sich jedoch trotzdem nicht bewegen, ohne in ein Schach zu geraten. Der Turm greift b1 und a2 an, nicht aber a1. Der weiße König kann den Turm nicht schlagen, da er durch den König gedeckt ist.

Somit hat der weiße König keine Zugmöglichkeiten mehr, ohne im Schach zu stehen. Es handelt sich also um eine Pattsituation. Das Spiel endet nun unentschieden, also als Remis.

 

 

Weiter lernen

Jetzt hast Du schonmal einen ersten Überblick über Figuren, Regeln und Ziele im Schach. Du bist also bereit für Deine erste Partie! Du kannst Schach entweder Online spielen, oder ganz klassisch mit einem Schachbrett.

Wenn Du Dich aber noch weiter einlesen willst, haben wir hier noch weitere Guides für Dich:

Schach lernen – Fragen und Antworten

Ist Schach schwer zu lernen?

Nein! Schach ist prinzipiell nicht schwer zu lernen. Jeder Anfänger kann sich mit etwas Zeit und Konzentration die Basics beibringen und spielen. Ein richtig guter Schachspieler zu werden, erfordert jedoch jahrelanges Training, Ausdauer und Ehrgeiz. Aber genau das macht den Reiz beim Schach aus: Man hört nie auf sich zu verbessern!

Wie kann ich am besten Schach lernen?

Am besten nimmst Du Dir mit einem Schachbrett und Figuren(alternativ: Online) einige Stunden Zeit, um die Grundlagen und Züge zu erlernen. Dafür kannst Du zum Beispiel unseren Guide verwenden. Sobald Du die Grundlagen verstehst musst Du nur noch eins: Üben, üben und nochmals üben! Es ist noch kein Schach-Großmeister vom Himmel gefallen.

Warum Schach lernen?

Schach ist bewährtes Gehirnjogging. Studien belegen, dass regelmäßiges Schachspielen zur Erhaltung der geistigen Fitness beiträgt. Aber nicht nur deswegen lohnt es sich, das Königsspiel zu erlenen. Es dient auch prima als neues Hobby und kann gesellig in Vereinen gespielt werden.

Kann man Schach allein spielen?

Ja! Im Prinzip gibt zwei Möglichkeiten, wenn man gerade keinen Spielpartner zur Seite hat. Natürlich ist es möglich, Schach allein Online gegen andere zu spielen (Hier unser Artikel dazu). Aber auch nur mit einem Schachbrett kann man sich allein unterhalten: Man spielt einfach zeitgleich für Schwarz und Weiß. Klingt blöd, ist aber tatsächlich eine Herausforderung.

Wie lange dauert ein Schach Spiel?

Das kommt ganz drauf an. Bei Turnierspielen wird ausschließlich mit Schachuhr gespielt – die Bedenkzeit jedes Spielers ist also beschränkt. Klassisch ist die Bedenkzeit pro Spieler für folgende Turnierformate wie folgt eingeteilt:

  • Klassisch: über 60 Minuten (wird oft im „Guillotine-Modus“ gespielt)
  • Schnellschach: zwischen 10 und 60 Minuten
  • Blitzschach: zwischen 3 und 10 Minuten
  • Bulletschach (hauptsächlich Online): weniger als 3 Minuten

Oft erhalten die Spieler pro Zug eine Zeitgutschrift (Inkrement). Dieses Format wurde nach dem Schachweltmeister Bobby Fischer „Fischer-System“ genannt. So ergibt sich zum Beispiel das Zeitformat 15 Minuten + 10 Sekunden/Zug.