„en passant“ ist französisch für „im Vorbeigehen“. Im Schach bezeichnet en passant einen Sonderzug der Bauern. Dabei kann ein Bauer den gegnerischen Bauern nach einem Doppelzug schlagen, obwohl dieser nun direkt neben ihm steht.

En Passant im Schach: Ablauf

  1. Ein weißer Bauer steht auf der 5. Reihe
  2. Der schwarze Bauer zieht aus seiner Startposition (in Reihe 7) zwei Felder nach vorne
  3. Der weiße Bauer kann diesen Bauern nun so schlagen, als wäre er nur einen Schritt nach vorne gegangen

Der Ablauf funktioniert natürlich analog für die andere Brettseite (schwarzer Bauer schlägt weißen Bauer).

Schach - En Passant Schlagen (Doppelzug)
Doppelzug des schwarzen Bauern
Schach - En Passant Schlagen
Der weiße Bauer darf nun auf e6 schlagen.
Schach - En Passant Schlagen Endposition
Fertig! Der weiße Bauer steht nun auf e6.

Wichtige Regeln für En Passant

  • Der Bauer muss aus seiner Startposition zwei Schritte vorausgehen
  • Der schlagende Bauer muss unmittelbar nach dem gegnerischen Zug schlagen: Das „Recht“ auf en passant verfällt nach einem Zug.
  • Man darf sich durch en passant nicht ins Schach schlagen

Matt durch En Passant

Schwarz ist in dieser Stellung vollkommen verloren. Ihm bleiben lediglich zwei regelkonforme Züge: e6 und e5. Schwarz entscheidet sich für e5 und erlaubt Weiß so das prestigeträchtige „Matt durch en passant„.

Schachmatt durch En Passant
Schachmatt durch En Passant

Warum gibt es En Passant?

Anfänger, die gerade erst Schach lernen, stellen sich oft die Frage, warum es im Schach en passant überhaupt gibt. Im Endeffekt ist en passant eine direkte Reaktion auf den Doppelzug eines Bauern.

Ein Bauer könnte theoretisch aus seiner Ausgangsposition durch einen Doppelschritt an einem weit vorgerückten Bauern vorbeiziehen und so offensives Spiel bestrafen. Um solche Bauern weiterhin stoppen zu können, wurde das Schlagen „im Vorbeigehen“ eingeführt. So kann ein weit vorgerückter Bauer weiterhin Bauern neben ihm schlagen und Linien öffnen.